Der Effekt auditorischer Stimulation auf den Schlaf und das Verhalten in Patientinnen und Patienten mit Epilepsie
Schlaf, Epilepsie und Auditory Stimulation bei Kindern und Jugendlichen
Schlaf und Epilepsie sind eng miteinander verbunden. In beiden Zuständen befinden sich Nervenzellverbände des Gehirns in einem hochsynchronen Zustand.
Wenn die Gehirnaktivität im Schlaf mit einem Elektroenzephalogramm (EEG) aufgezeichnet wird, spiegelt sich die hochsynchrone Gehirnaktivität in sehr langsamen und grossen Schlafwellen, sogenannten «slow waves», wider. Diese sind besonders wichtig für die im Schlaf stattfindenden Erholungs- und Konsolidierungsprozesse. Bei Patientinnen und Patienten mit Epilepsie treten neben slow waves weitere, sehr kurze und spitze Muster im EEG auf, sogenannte epilepsietypische Potenziale. Diese stehen im Verdacht, die Erholungs- und Konsolidierungsprozesse des Schlafs zu stören, da sie zeitlich eng an slow waves gekoppelt sind und mit kognitiven Beeinträchtigungen einhergehen.
Auditorische Stimulation, also die Präsentation kurzer, leiser und nicht erregender Töne im Schlaf, kann slow waves beeinflussen. In diesem Projekt wollen wir auditorische Stimulation nutzen, um die Generierung epilepsietypischer Potenziale im Schlaf zu reduzieren. Wir verfolgen das langfristige Ziel, eine nicht-invasive Therapieform für Epilepsie zu entwickeln. In der Studie vergleichen wir die Leistungen von Patientinnen und Patienten zwischen 4 und 18 Jahren in diversen Tests vor und nach einer Nacht mit und ohne auditory stimulation. Zudem untersuchen wir neurophysiologische und epilepsietypische Parameter des Schlafs.
Teilnehmende für Forschungsstudie gesucht: Patientinnen und Patienten mit Epilepsie im Alter von 4 bis 18 Jahren
Wer kann teilnehmen?
- Alter zwischen 4 und 18 Jahren
- Epilepsie Patientinnen und Patienten, zum Beispiel mit einer selbstlimitierenden fokalen Epilepsie, früher auch als Rolando-Epilepsie bezeichnet
- Auch bei anderen Epilepsieformen können Sie uns gerne kontaktieren. Wir prüfen individuell, ob eine Teilnahme möglich ist.
Was erwartet Sie?
- Erstes Gespräch, Studieninformationen und Terminvereinbarung
- Vorbereitung zu Hause mit Schlaftagebuch und Aktigraph über drei Tage
- Eine Nacht im Schlaflabor des Kinderspitals Zürich mit EEG-Messung während des Schlafs
- Kurze kognitive Tests am Abend vor der Schlafmessung und am Morgen danach
- Eine zweite Untersuchungsnacht etwa ein bis zwei Wochen später mit gleichem Ablauf
- In einer der beiden Nächte werden während des Schlafs kurze, leise Töne abgespielt
Risiken und Belastungen
In diesem Forschungsvorhaben werden ausschliesslich nicht-invasive und risikoarme Verfahren eingesetzt.
- Elektroenzephalographie (EEG): Die EEG-Untersuch ist ebenfalls ein etabliertes und risikoarmes Verfahren. Bei sehr empfindlicher Haut können kurzfristig leichte Rötungen und Druckpunkte unter den Elektroden entstehen, die innerhalb kurzer Zeit wieder verschwinden.
- Auditive Stimulation: In einer der beiden Nächte werden während des Schlafs kurze, leise Töne abgespielt. Die Lautstärke wird so gewählt, dass die Töne nicht störend oder weckend wirken. Es sind keine relevanten Risiken oder Nebenwirkungen zu erwarten.
Freiwilligkeit und Datenschutz
Ihre Teilnahme ist absolut freiwillig. Sie können Ihre Zusage jederzeit und ohne Angabe von Gründen widerrufen, ohne dass Ihnen daraus Nachteile entstehen. Alle erhobenen Daten werden streng vertraulich behandelt und verschlüsselt (pseudonymisiert) gespeichert. Nur das direkte Studienteam hat Zugriff auf die Liste, die Ihre Identität mit den Daten verknüpft. Bei einer Nicht-Teilnahme werden Ihre Daten wieder gelöscht.
Entschädigung:
Während der Untersuchungsnächte erhalten die teilnehmenden Kinder und eine Begleitperson jeweils ein Abendessen sowie ein Frühstück. Anfallende Parkgebühren können übernommen werden.
Zusätzlich erhält das teilnehmende Kind nach jeder Untersuchungsnacht einen Gutschein im Wert von CHF 20.-, der bei ausgewählten Anbietern eingelöst werden kann.
Interessiert? Kontaktieren Sie elena.schmidt@kispi.uzh.ch
Forschungsgruppe
Gruppenleitung: Prof. Dr. Reto Huber
Projektleitung: Dr. Sara Fattinger
Doktorandin: Elena Schmidt
Masterstudentin: Noa-Anastasia Wapp
Institution: Universitäts-Kinderspital Zürich, Abteilung Entwicklungspädiatrie
Wir suchen immer wieder Praktikant:innen sowie Bachelor- und Masterstudierende. Wenn du dich für unsere Projekte interessierst, melde dich gerne bei uns unter reto.huber@kispi.uzh.ch
Finanzierung
Drittmittel:
- Forschungsförderungspreis, Schweizerische Epilepsie-Liga
- SNSF Grant 320030_179443
- HMZ Flagship grant ≪SleepLoop≫