Regulationsstörungen
Gastreferat: Regulationsstörungen als Chance für Prävention
Liebe Mitarbeitende
Wir laden Euch herzlich ein zur Teilnahme am Gastreferat vom 5. März von 08:30-10 Uhr online zum Thema:
Früh erkannt, früh begleitet: Regulationsstörungen als Chance für Prävention
mit PD Dr. rer. nat. Margarete Bolten.
Gerne könnt ihr euch hier anmelden bis 04.03.2026 via Anmeldelink: https://www.pukzh.ch/events/gastreferat-zum-thema-frueh-erkannt-frueh-begleitet-regulationsstoerungen-als-chance-fuer-praevention/Den Teilnahmelink für die Teilnahme per Zoom erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung. Wir bitten alle angemeldeten Teilnehmenden sich mit ihrem Vornamen und Nachnamen im Zoom anzumelden. Abstract
Früh erkannt, früh begleitet: Regulationsstörungen als Chance für Prävention
Regulationsstörungen in der frühen Kindheit treten bei 5–15 % aller Säuglinge auf. Längsschnittstudien zeigen, dass kombinierte Regulationsprobleme in den ersten Lebensmonaten frühe Marker für psychische Störungen im Vorschulalter sind und damit ein zentrales Fenster für selektive Prävention markieren (Asmussen et al., 2023). Zugleich gilt eine beeinträchtigte Fähigkeit zur Selbstregulation heute als Schlüsselfaktor für die Entwicklung vielfältiger psychischer Störungen bis hin zu Suchterkrankungen; frühe Defizite in der Selbstregulation sagen ein breites Spektrum negativer Gesundheits‑ und Sozialverläufe voraus. Interventions‑ und Übersichtsarbeiten belegen jedoch, dass selbstregulatorische Kompetenzen im Kleinkindalter hoch plastisch und durch gezielte, beziehungsorientierte Förderung in Familie, Früherkennung und frühpädagogischen Settings veränderbar sind.
Frühe Regulationsstörungen werden daher nicht primär als Risiko verstanden, sondern als diagnostisches „Frühwarnsignal“ und Chance, in der Schnittstelle von Pädiatrie, Psychologie und Frühen Hilfen rechtzeitig unterstützende Angebote zu implementieren.
Anhand aktueller epidemiologischer Daten, Verlaufsstudien und Interventionskonzepte werden ein praxisnahes Modell für Screening und Beratung im ersten bis fünften Lebensjahr sowie Implikationen für eine gestufte, familienzentrierte Prävention psychischer Störungen vorgestellt.
Kurzbio
Margarete Bolten ist Psychotherapeutin mit langjähriger klinischer Erfahrung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie in psychosomatischen Versorgungssettings. Sie ist Leiterin des Konsiliar- und Liaisonpsychiatrischen (K+L) Dienstes des KJPD der Luzerner Psychiatrie am Kinderspital Zentralschweiz (KidZ). Wissenschaftliche Tätigkeit und Publikationstätigkeit im Bereich der Säuglings- und Kleinkindpsychosomatik und der transgenerationalen Weitergabe psychischer Störungen. Langjährige Ausbildungstätigkeit im Bereich der Frühen Kindheit mit dem Schwerpunkt auf interaktionszentrierter Psychotherapie und pädiatrischer Psychologie.