Grapholemo: Individuelle Unterschiede im Leselernprozess

Lesen ist eine wesentliche Fertigkeit in der heutigen Informationsgesellschaft und daher ein zentraler Schwerpunkt der schulischen Ausbildung. Dennoch sind die Gründe, weshalb manche Menschen beim Lesen Lernen Schwierigkeiten haben, bis heute nicht vollständig geklärt. Eine der grundlegenden Komponenten des Leselernprozesses ist die Bildung von Verknüpfungen des gesprochenen Sprachlautes (Phonem) und der orthographischen Repräsentation (Buchstabe im Alphabet; Graphem), auch Laut-Buchstaben-Verbindung genannt.

Mit dem Projekt Grapholemo wollen wir die Mechanismen unseres Gehirns bei der Entstehung von Laut-Buchstaben-Verbindungen besser verstehen. Zu diesem Zweck führen wir ein Experiment durch, in dem die Bildung solcher Laut-Buchstaben-Verbindungen simuliert wird. Die Probanden lernen durch Feedback, neue Verknüpfungen zwischen Lauten und Symbolen zu bilden. Während sie die Feedbackaufgabe ausführen, wird ihre Hirnaktivität registriert. Die simultan gewonnenen Aufnahmen aus der Elektroenzephalografie (EEG) und Magnetresonanztomografie (MRT) werden verwendet, um sowohl zeitliche als auch räumliche Informationen über die neuronalen Vorgänge während des Lernens zu erhalten.

Ziel der Studie ist es, neue Wege zur Charakterisierung individueller Unterschiede beim Bilden von Laut-Buchstaben-Verknüpfungen zu finden, die längerfristig zur Früherkennung von Leseproblemen und zur Entwicklung geeigneten Trainingsmethoden genutzt werden können.

Wir suchen gesunde Erwachsene im Alter zwischen 18 und 35 Jahren mit Muttersprache (Schweizer-) Deutsch, die an unserer Studie teilnehmen wollen. Bei Interesse an einer Teilnahme melden Sie sich unter: grapholemo@kjpd.uzh.ch

Weitere Informationen finden Sie in unserem Flyer (PDF, 2033 KB) und in der Studieninformation.