Früherkennung: Wichtig für Patienten und Gesellschaft

650 Fachleute am Jahreskongress für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Je früher psychische Störungen erkannt und behandelt werden, umso besser sind Verlauf und Prognose. Am Kongress 2012 der Kinder- und Jugendpsychiatrie (30. und 31.8.) wurde gezeigt: Nicht nur für Betroffene hat dies positive Folgen; auch Staat, Versicherer und Gesellschaft profitieren. Durch Früherkennung und -intervention können Kosten gespart werden - im Gesundheitswesen; aber auch im Schulwesen und Strafvollzug.

Das Thema des Fachkongresses 2012, „Früherkennung und -Intervention von psychischen Störungen im Kinder- und Jugendalter", interessierte weit über die Kinder- und Jugendpsychiatrie hinaus: über 650 Fachleute besuchten den Kongress der Schweizer Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (SGKJPP), organisiert vom Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst des Kantons Zürich, Universitätsklinik, (KJPD).

Vielfältiges Programm

Die Kongressteilnehmer erwartete ein breites Angebot: Nach der Begrüssung durch Dr. Thomas Heiniger, Gesundheitsdirektor des Kantons Zürich, Prof. Andreas Fischer, Rektor Universität Zürich, und Prof. Susanne Walitza, Ärztl. Direktorin des KJPD,standen 6 Key Note Referate und 14 Symposien zur Auswahl. Erstmals durchgeführt wurden 10 so genannte Clinical Tracks (praxisbezogene Workshops zu medizinischen Themen), die grossen Anklang fanden.
Weiter wurden am Kongress Poster mit neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen präsentiert, das beste Poster wurde ausgezeichnet. Der Posterpreis wurde von einer Auswahl-Kommission der Universitäten vergeben. Es freut den KJPD Zürich, dass eines seiner Poster den ersten Preis gewonnen hat; nämlich das Poster zum Thema "Methylphenidate effects maturation of neuronal stemcells" von Jasmin Bartl.

Wichtiges Thema - für die ganze Gesellschaft

„Früherkennung und -Intervention ist wichtiger denn je", hält Susanne Walitza fest. „Mit 20% Häufigkeit sind psychische Störungen die häufigsten Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen überhaupt - je früher behandelt wird, umso besser sind Verlauf und Prognose." Dabei ginge es nicht nur um Gesundheitskosten: Unbehandelte psychische Störungen führen auch zu Schul- und Sozialschwierigkeiten. „Deswegen war es uns ein grosses Anliegen, Kinder- und Jugendpsychiater und Fachleute, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, für Früherkennung und -Intervention zu sensibilisieren."

Organisatoren sehr zufrieden über interdisziplinäres Publikum

Susanne Walitza ist sehr zufrieden: „Mich freut besonders, dass das Programm nicht nur so viele Kinder- und Jugendpsychiater aus der ganzen Schweiz motiviert hat, an den Kongress zu kommen, sondern darüber hinaus auch viele Pädiater, Erwachsenenpsychiater, Psychologen und Pädagogen teilgenommen haben", erklärt die Gastgeberin. „Wir sind sicher, dass wir wichtige Impulse setzen konnten."



KJPD Universität Zürich

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